Es ist ein leidiges Thema: Menschen machen ein Probetraining in einem Fitnessstudio, schließen einen Vertrag ab – am besten möglichst lang, damit der Monatsbeitrag niedriger ausfällt, kommen in der Folgezeit so gut wie nie trainieren und nach drei Monaten stehen sie auf der Matte und bitten um eine vorzeitige Vertragsauflösung. Weil sie umziehen müssen. Weil ihnen das Knie weh tut. Oder weil ihre Freundin Mittwochs das Auto braucht. Auf der anderen Seite drängen viele Studios potenzielle Neukunden äußerst aggressiv mit Lockangeboten und unaufhörlichem Beschwatzen zum Abschließen von Verträgen. Sie führen Situationen wie die oben geschilderte somit mitunter auch bewusst herbei, wohl wissend, dass sie am längeren Hebel sitzen.
Die Vertragssicherheit ist nämlich nichts weniger als ein Stützpfeiler der kapitalistischen Gesellschaft, den sie bis aufs Blut verteidigt, lies: wohl kaum aufgeben wird, nur weil Corinna F. aus M. nicht nachdenkt, bevor sie ihre drei Kreuze auf ein Schriftstück setzt. Doch bevor dieser Artikel ins Zynische abgleitet: Für beide Seiten muss man Verständnis aufbringen. Die Fitnessstudios sind auf das Geld angewiesen, und wenn sie auch nur einige einzige Person ohne triftigen Grund vorzeitig aus dem Vertrag entlassen, stehen am nächsten Tag zehn weitere vor der Tür. Die Kunden belastet die monatliche Abbuchung von ihrem Konto hingegen nicht nur finanziell, sondern womöglich auch seelisch: Der Beweis, dass ihr eigener Schweinehund sie wieder einmal überwunden hat (und nicht umgekehrt), erscheint allmonatlich auf ihrem Kontoauszug.
Was also kann man tun? Eine sinnvolle Idee seitens des Kunden wäre, dem Fitnessstudio den Vorschlag zu unterbreiten, dass der Vertrag von einem Dritten übernommen wird. Soll heißen: Der Kunde schlägt dem Studio einen Freund, Bekannten oder sonst irgendjemanden vor, der gerne Mitglied werden würde, und daher bereit ist, den vorhanden Vertrag samt ausstehender Mitgliedsbeiträge zu übernehmen. Viele Fitnessstudios gehen auf derartige Angebote ein. Der ehemalige und der zukünftige Kunde können dabei beide nur gewinnen: Dem einen winkt ein günstiger Fitness-Vertrag (da häufig ohne erneute Anmeldegebühr), dem anderen die Lösung eines lästigen und teuren Problems.












RSS-Feed abonnieren