“Physique TV” heißt er, der weltweit erste Spartensender für Fitness und Bodybuilding. Via Satellit zu empfangen, erreicht er laut eigenen Angaben 121 Millionen Haushalte in Europa, Afrika und dem Mittleren Osten. Doch was können wir von diesem Projekt erwarten? Der Sender wolle “nicht nur Sportlern und Bodybuildern ein gesundheitsbewusstes Leben, eine richtige Ernährung und körperliche Ertüchtigung näher bringen, sondern jedem, der seinen Lebensstil verbessern möchte”, so heißt es auf der Homepage. Und zwar dergestalt, dass man Dokumentationen, Kochsendungen und Fitness-Magazine ausstrahlt und von „lokalen wie internationalen“ Events und Wettkämpfen Bericht erstattet. Wohl kaum erspart bleiben werden dem interessierten Zuschauer auch die guten alten Workout-Videos und -Sendungen, die in den Neunzigern so populär waren.

Es bleibt dabei abzuwarten, ob das englischsprachige Angebot von “Physique TV” ausreichend Zuschauer finden wird, um Erfolg zu haben. Ein großes Manko der Fitness-Branche ist ihre Unübersichtlichkeit und deshalb werden viel gute Angebote, so innovativ und nützlich sie auch sein mögen, häufig übersehen.

Schlechte Nachrichten für viele deutsche Fitness-Discounter: Aus einem Urteil (Az. 6 U 1/08) des Oberlandesgerichts Karlsruhe geht hervor, dass die üblichen 50 Cent für die Benutzung von Duschen nur dann erhoben werden dürfen, wenn diese Extrakosten in Angeboten explizit Erwähnung finden. Ein lokaler Anbieter hatte mit einem Monatsbeitrag von 15,90€ geworben, die Duschgebühren aber unerwähnt gelassen. Das Gericht befand, dass diese Praxis für den Verbraucher irreführend sei und obendrein gegen die Preisangabenverordnung verstoße.

Tatsächlich treibt der Discount-Trend immer mehr Studioketten dazu, derart zweifelhafte Finanzierungskonzepte zu entwickeln. Es bleibt deshalb abzuwarten, wie ernst dieses Urteil genommen werden wird.

Begutachtet man derzeit das Lehrangebot der zahlreichen deutschen Volkshochschulen, so findet man immer öfter Kurse, die Techniken der Gewichtsreduktion vermitteln sollen, sei es durch Diät, durch körperliche Betätigung oder durch eine Kombination dieser beiden Dinge. “Wie sich der Jojo-Effekt überlisten lässt”, oder ähnlich billige Titel tragen diese Veranstaltungen, kosten dabei aber häufig viel Geld. Bedarf an solchen Kursen besteht wohl auch deshalb, weil gerade die großen Fitnessstudio-Ketten sich noch schwer tun, übergewichtigen Kunden ein ansprechendes Programm zu bieten. Eine umfassendere Ernährungsberatung wäre nötig, wie auch die Trainingsbedingungen besser sein könnten. Seperate Trainingsräume, in die zum Beispiel “Fitness First” in vielen Filialen übergewichtige Trainierende mit Schamgefühl “verbannen” will, sind der völlig falsche Weg. Viel mehr müsste man gezielt der Entstehung einer Studio-Atmosphäre entgegen wirken, in der sich dicke Menschen häufig ausgegrenzt und fehl am Platz fühlen. Hier besteht Handlungsbedarf, will man dieses Klientel nicht an (womöglich zweifelhafte) Angebote, wie das der Volkshochschulen, verlieren.

Kein Scherz: Der Vater ein Freundin aus Frankreich hat seiner Frau zu Weihnachten das Fitness-Konsolenspiel “Wii Fit” geschenkt. Als Reaktion auf diesen Wink mit dem Zaunpfahl hat sie die Scheidung eingereicht.

Der selbsternannte “Fitness-Guru” Michael Torchia hält “Wii Fit” aber auch aus einem ganz anderen Grund für gefährlich. Er ist der Meinung, Nintendo würde seine Kunden bewusst täuschen, indem es ihnen suggeriert, die Benutzung des Computerspiels habe in irgendeiner Weise mit echtem Fitnesstraining, also mit realer körperlicher Anstrengung zu tun. Außerdem ist er der Meinung, dass Konzerne wie Nintendo ohnehin schon Mitschuld daran tragen, dass Fettleibigkeit in den letzten Jahrzehnten zur Volkskrankheit aufgestiegen ist. Er fordert deshalb auf dem Spiel “Wii Fit” einen Warnhinweis, dass es sich um ein Unterhaltungsmedium und nicht etwa um ein Fitnessprogramm handle.

“Wii Fit” war schon desöfteren in den Schlagzeilen, weil angeblich “bis zu zehn Menschen pro Woche mit bei der Benutzung von Wii Fit entstandenen Verletzungen in Krankenhäuser eingeliefert werden” (Quelle). Michael Torchia führt das darauf zurück, dass die dringend notwendige professionelle Aufsicht und Anleitung beim Ausführen der Übungen schlicht fehlt. Er realisiert dabei jedoch nicht, dass er mit diesem Argument “Wii Fit” den Status einer Sportart zugesteht, den er ja eigentlich bestreitet. Ein Computerspiel braucht nämlich keine professionelle Anleitung.