Über 1,5 Mio. Mitglieder, laut eigenen Angaben weltweiter Marktführer aber in Deutschland kennen den Namen “Fitness First” gerade einmal 3% der Gesamtbevölkerung. Man könnte fast Mitleid haben mit den PR-Verantwortlichen bei Fitness First.
Wolfgang Klauke, Pressesprecher von Fitness First, bezog unlängst im Kommentarbereich unseres Blogs Stellung zu unserer Einschätzung, die kaum wahrgenommene Namensänderung der Studio-Kette von “Fitness Company” in “Fitness First” entspräche einem “mittelschweren PR-Disaster”. Er sprach von einer “klaren Herausforderung” und verwies auf die Zukunft, in der man vorhabe, die Bekanntheit der Marke “sukzessive zu erhöhen”. Doch wie soll das funktionieren? Der Markt ist hart umkämpft und die Konkurrenz wird nicht kleiner. Wenn die Einschätzung unserer Redaktion zutrifft, steht der Fitness-Branche die große Krise erst noch bevor.
Ein wichtiger Aspekt, den Klauke auch in seinem Kommentar bereits ansprach, ist die Kundenbindung. Hier haben gerade die großen Studio-Ketten Nachholbedarf. Was die Verwaltung betrifft, geben selbige sich häufig sehr unpersönlich, wenig kundenfreundlich und geradezu uneinsichtig. Siehe “Fitness First”: Seit Januar 2009 gibt es ein Blog mit dem Titel “Unzufriedene Kunden bei Fitness First”, das sich reger Beliebtheit erfreut. In den dort veröffentlichten Beiträgen geht es weniger um sportliche Belange, sondern mit auffallender Häufigkeit darum, dass Kunden ein verwaltungstechnisches Problem haben, mit dem sie sich allein gelassen fühlen. Dies liegt wohl vor allem an der Länge der Befehlskette in großen Konzernen. Zu einem Entscheidungsträger vorzudringen, ist dem Kunden häufig kaum möglich. Anliegen, die nicht über ein vorgedrucktes Formular kommuniziert werden können, gehen unter.
Anderswo steht der Chef hinter der Theke und sortiert die Proteinriegel nach Geschmacksrichtung und Haltbarkeitsdatum – dass eine derartige Kundennähe von den großen Ketten nie erreicht werden kann, sollte klar sein. Aber was kann man tun? Dem Personal vor Ort mehr Freiheiten geben, wäre ein wichtiger Ansatz. Einen anderen verfolgt jetzt “Fitness First”: In einer großen Online-Umfrage bekommen Sportler allerhand Fragen gestellt, deren Beantwortung die Marktposition von “Fitness First” genauer zu bestimmen helfen soll. In unseren Augen begrüßenswert, weil ein erster Schritt, auf die Belange der Kunden besser einzugehen.