Die Krise hat die Fitnessbranche nicht erreicht. Im Gegenteil: Es geht ihr besser als je zuvor. Die Mitgliederzahlen steigen und neue Kundenkreise werden erschlossen. Das Durchschnittsalter der Trainierenden steigt nicht, weil die Jüngeren wegbleiben, sondern weil immer mehr ältere Menschen den Weg ins Fitnessstudio finden. Gleichzeitig ist das Geschlechterverhältnis mittlerweile ausgeglichen. Das Klischee der düsteren, verschwitzten Muckibude hat zumindest in den Augen von Eingeweihten keinesfalls seine Romantik verloren, ist aber tatsächlich nurmehr Klischee – die Realität sieht meistens anders aus.
Noch vor wenigen Jahren undenkbar war der enorme kommerzielle Erfolg der Fitness-Discounter, die den größten Teil des Kuchens längst für sich beanspruchen, während einstmals als Aushängeschilder der Branche geltende große Fitnessstudio-Ketten zu kämpfen haben. Und während die Mitgliedsbeiträge tendenziell sinken, wird das Betreiben eines Fitnessstudios immer kapitalintensiver. Neben steigenden Energiekosten sind es vor allem die Geräte, die immer teurer und gleichzeitig störungsanfälliger werden. Vielerorts wird deshalb am Personal gespart, eine ernst gemeinte Betreuung der Trainierenden gibt es in manch einem Fitnessstudio längst nicht mehr. Ist das der richtige Weg?
Es bleibt abzuwarten, wie lange der Aufwärtstrend anhält. Denn glauben wir der Volkswirtschaftslehre, folgt auf den Boom zwangsläufig eine Rezession. Man darf gespannt sein.